Tourismus hofft auf Koalitionäre – Salzburger Nachrichten

Wunsch nach Rücknahnne der höheren Mehrwertsteuer auf Nächtigungen

Der Beginn der Koalitionsverhandlungen zwischen ÖVP und Freiheitlichen lässt auch in weiten Teilen der Tourismuswirtschaft Hoffnung auf Erleichterungen für die Branche aufkommen. „Die Voraussetzungen sind sehr gut, denn beide Parteien hatten ja für den Tourismus positive Punkte in ihren Wahlprogrammen“, sagt Thomas Reisenzahn, Geschäftsführer der auf Tourismus spezialisierten Beratungsfirma Prodinger & Partner in Zell am See. Ein von Prodinger & Partner erstelltes Ideenpapier werde nun auch den Koalitionsverhandlern zum Thema Steuern zugesandt, sagt Reisenzahn.

Gleichzeitig rücken damit die Befürchtungen in Richtung einer Wiedereinführung von Erbschafts- oder Vermögenssteuern in den Hintergrund, denn derartige Pläne werden von den beiden Parteien, die nächste Woche konkret in die Regierungsverhandlungen starten, nicht verfolgt.

Niedrige Auslastung und großer Preisdruck

Ganz oben auf der Wunschliste der Tourismusbranche steht eine Rücknahme der Mehrwertsteuererhöhung von zehn auf 13 Prozent, die seit Mai 2016 in Österreich auf Übernachtungen gilt. Die Maßnahme hatte die Regierung Faymann/Mitterlehner trotz heftiger Proteste der Hoteliers als Teil der Gegenfinanzierung der damaligen Steuerreform beschlossen.

Seither seien 22 der 28 EU-Länder bei den Umsatzsteuern auf Übernachtungen günstiger als Österreich, erläutert Reisenzahn: „Unser direkter Mitbewerber Italien liegt auch darunter, in Deutschland wurde die Steuer 2010 sogar vom normalen Satz von 19 Prozent auf sieben Prozent gesenkt.“ Die heimische Hotellerie leide laut Prodinger unter schwacher Auslastung (bei gewerblichen Betrieben rund 40 Prozent) und einem starken Preisdruck. Trotz zusätzlicher Nächtigungen stagnierten dadurch die Betriebsergebnisse seit Jahren.

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