Fällt Umsatzsteuer bei Stornogebühren an?

Grundsätzlich unterliegen Lieferungen und sonstige Leistungen, die ein Unternehmer im Inland gegen Entgelt im Rahmen seines Unternehmens ausführt, der Umsatzsteuer. Entscheidend für die Umsatzsteuerpflicht ist dabei insbesondere, dass ein Leistungsaustausch stattfindet.

Ein Leistungsaustausch setzt vor allem eine Leistung und eine Gegenleistung voraus. In der Praxis ist in diesem Zusammenhang insbesondere die Abgrenzung zwischen echtem Schadenersatz (mangels Gegenleistung nicht umsatzsteuerbar) und unechtem Schadenersatz (Gegenleistung und somit grundsätzlich umsatzsteuerbar) nicht immer einfach und sollte sorgfältig geprüft werden!

Keinen Leistungsaustausch und damit keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen Leistung und Gegenleistung gibt es beim echten Schadenersatz. Echter Schadenersatz wird dabei aufgrund einer gesetzlichen oder vertraglichen Verpflichtung, für einen Schaden einstehen zu müssen, geleistet. Er ist somit nicht Entgelt für eine Lieferung oder sonstige Leistung.

So unterliegen Zahlungen, die ein Vertragsteil (in der Regel der Käufer) aufgrund seines vorzeitigen Rücktritts vom Vertrag zu leisten hat (wie beispielsweise Stornogebühren, Reuegelder oder Vertragsstrafen) beim Verkäufer, der die Zahlung erhält, nicht der Umsatzsteuer.

Beispiel: Ein Gast bucht in einem Wellnesshotel ein Zimmer über einen Zeitraum von einer Woche. Aus beruflichen Gründen muss der Gast unmittelbar vor der Anreise den Urlaub stornieren. Daraufhin wird eine Entschädigung in Höhe von EUR 500 fällig. Mangels Gegenleistung des Hoteliers für die Entschädigung muss dieser keine Rechnung mit Umsatzsteuer ausstellen.

Hier finden Sie detaillierte Infos zum Thema Umsatzsteuer bei Storno, No-Show und verfrühter Abreise zum Download.

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